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Supergaul – Musik für Menschen mit oder ohne Penis

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ms – In der Redaktion von Wir tun kritisieren. sind wir immer schwer damit beschäftigt euch hochaktuelle Reviews zu bringen, damit ihr immer über die neusten Trends und Pflichtkäufe informiert seid. Diesmal können wir euch sogar topexklusive und geheime Informationen zum Werk „Musik für Menschen mit oder ohne Penis“ von der „Pseudo-Avantgarde-Brachial-Schlager-Truppe“ Supergaul bieten. Ob wir es hier mit lustigem „haha lol ironie sarkasmus juliensblog x’DDD“-Humor oder einem Geheimtipp der deutschen Musikcomedy zu tun haben, erfahrt ihr im kritischen Test!

Vollkommen frei von jeder Erwartungshaltung legte ich die im ansprechend blau gehaltenen Digipack gelieferte CD in mein Laufwerk ein und war überrascht vom schnellen, unkomplizierten und direkten Einstieg in die Klang- und Gedankenwelt von Supergaul. „Intro/Der einzig anerkannte Grund für Selbstmord“ vermittelt dem Zuhörer sofort ein klares Bild der Richtung, welche die Gruppe um den Sänger Bier Wolfmann verfolgt. Elektronische Pop-Beats geben sich hier mit bassigem Schlager und 80er-Techno gegenseitig die Klinke in die Hand. Dadurch sind die Instrumentals zwar extrem vielseitig und abwechslungsreich, bilden dabei aber ein abgerundetes und stimmiges Klangbild durch das komplette Album hindurch. Dazu tragen sowohl erstklassige Komposition als auch Produktion bei. Trotz des nihilistischen Asifaktors, den Supergaul verfolgt, waren hier hinter der Fassade eindeutig Profis am Werk. So mancher Song dieser Platte bleibt dem Hörer mehrere Tage im Ohr. Auch die Einbindung echter Instrumente wie Bass und Gitarre in die vorrangig elektronischen Beats ist perfekt gelungen.
Auch der Gesang ist überraschend solide und kann locker mit so mancher Deutschrock- und -popgruppe mithalten. Die Fähigkeit von Bier Wolfmann, noch mit verstellter Stimme die Töne zu treffen ist lobend anzumerken, angetan hat es mir jedoch Uschis Stimme, die besonders in Soloparts wie dem Chorus von „Ich zeig dir den Weg nach AV“ glänzt.
Der wirkliche Kern des Albums sind jedoch die mal schreiend komischen, mal zynischen Texte, welche „Musik für Menschen mit oder ohne Penis“ zu einem echten Meisterwerk machen. Supergaul haben perfekt verstanden, wie man unterhaltsame aber auch anregende Satire in lyrischer Form verpackt. Der mitunter düstere Humor nutzt sich dabei über die gesamte Albumlänge von 55 Minuten kein bisschen ab, da hier perfekt wahrhaftige Weisheiten mit überspitzem Zynismus gemischt werden und so die Grenze zwischen Humor und Menschenhass sympathisch zerfließt.

Wer an Bubble Tea erstickt hat den Tod verdient
Wer Igel auf der Autobahn retten will auch

Dabei ist auch rein lyrisch nichts an dieser Platte auszusetzen. Alle Reime funktionieren, die Wortwahl ist mitunter bemerkenswert clever und kein Stolperstein der deutschen Sprache stellt ein Hindernis für Bier Wolfmann und Axel H. dar. Das erfordert viel Erfahrung, Übung und Talent. Hut ab.

Natürlich ist auch „Musik für Menschen mit oder ohne Penis“ nicht perfekt. Die Tracklist wurde nicht optimal gewählt und so verliert das Album nach der ersten, extrem tanzbaren und drückenden Hälfte einiges an Dampf und Power, da hier die ruhigen Titel „Inkunabel Paradeiser“, „Die Katze von Hartmut Engler“ und „Es gibt immer viele Dinge zu tun“ direkt hintereinander kommen. Das lässt sich zwar durch die Shuffle-Funktion beheben, ein Ausgleich an intensiven und ruhigen Titeln hätte aber trotzdem für ein runderes Gesamtbild gesorgt.
Außerdem hätte ich gerne ein Booklet im Digipack gehabt. 😦

Meine Lieblingslieder:
– Ich zeig dir den Weg nach AV
– Der perfekte Tag
– Die Katze von Hartmut Engler
– Es gibt immer viele Dinge zu tun

Nicht so cool:
– Spermaregenbogen
– Das letzte mögliche Lied
– Inkunabel Paradeiser

Mit „Musik für Menschen mit oder ohne Penis“ sind Supergaul ihrem Ziel, eine Generation von „Feelgood-Zynikern“ zu züchten, ein gutes Stück näher gekommen. Das Album macht Spaß, ist auch bei anderem Musikgeschmack gut anzuhören und leicht zu erschließen. „Musik für Menschen mit oder ohne Penis“ erhält von mir die Bewertung „endlich versteht mich jemand“.

Veröffentlichungstermin ist am 29. August 2014. Vorbestellen könnt ihr „Musik für Menschen mit oder ohne Penis“ auf Amazon oder unter sandro@rummelplatzmusik.de. Facebook gibts auch: klick!

Was haltet ihr von “Musik für Menschen mit oder ohne Penis”? Hinterlasst wüste Beleidigungen, Feedback und eure Meinungen anonym und ohne Anmeldung unten in den Kommentaren.

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